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Der Themenkontext Migration und Behinderung impliziert zwei innerhalb unserer Gesellschaft bisher isoliert betrachtete Bereiche:

  • die Lebenssituation behinderter Menschen in Deutschland UND

  • die Zuwanderung von Menschen aus dem Ausland zum dauerhaften oder vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland.

Der Bereich Behinderung betrifft zumeist jeden Menschen einmal im Verlauf seines Lebens. Sei es, dass man selbst oder ein Mitglied der Familie, des Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreises von einer Behinderung bedroht oder betroffen ist.
Behindert ist man von Geburt an, durch Krankheit, Unfall oder Alter. Mit den Folgen einer Behinderung zu leben ist nicht immer leicht. Nicht nur physische, auch psychische Faktoren spielen eine große Rolle im Umgang mit der körperlichen und/oder seelischen Beeinträchtigung.

In Deutschland existiert eine breite Lobby für Menschen mit Behinderung. Es bestehen heute vielfältige Formen der Zusammenarbeit innerhalb von Beratungs-, Betreuungs- und Freizeitangeboten, im schulischen, beruflichen oder medizinischen Sektor sowie im Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Der Begriff Zuwanderung wird dem Wanderungsstrom von Menschen gerecht, die insbesondere seit den Abkommen mit den bekannten Anwerbeländern in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren als Gastarbeiter oder im Rahmen der Familienzusammenführung in die BRD zuzogen. Hinter der Zahl der Migranten innerhalb Deutschlands steht jedoch auch die große Gruppe der Flüchtlinge, die zeitlich befristet oder dauerhaft hier ihren Lebensmittelpunkt haben.

Die Vielfalt der Angebote für Behinderte und ihre Angehörigen, sollte man meinen, steht allen Behinderten und Interessierten offen. Dies ist leider im Kontext Migration und Behinderung nicht der Fall.